Traumatherapie

Die spezielle Traumatherapie ist eine psychotherapeutische Zusatzqualifikation und befasst sich mit schweren seelischen Verletzungen. Sie können die Folgen außergewöhnlich belastender Erlebnisse sein, die existenzielle Ängste ausgelöst haben. Erlebnisse können traumatisierend wirken, wenn eigene Möglichkeiten zur Bewältigung der Situation nicht ausreichen und die Betroffenen sich massiv überfordert fühlen. Diese Überforderung erzeugt überdurchschnittliche seelischen Stress, welche in den meisten Fällen zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führt. 

Traumatisierende Erlebnisse und Situationen sind von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß, welche bei fast jedem Menschen eine tiefe Verzweiflung auslösen würde (z.B. Naturkatastrophen, schwere Unfälle, Kriege, Tod naher Angehöriger, lebensbedrohliche Erkrankungen sowie sexuelle oder körperliche Gewalt. Menschen können auf unterschiedliche Arten von extreme Belastungen betroffen sein. Man kann direkt als Person betroffen sein, oder auch durch das Beobachten oder Helfen eines Betroffenen so belastet werden, dass es traumatisierend wirken kann.

Die Meisten unmittelbaren psychischen und physischen Reaktionen auf sehr belastende Ereignisse sind völlig normal und kein Ausdruck einer psychischen Erkrankung. Ob ein Erlebnis traumatisierend wirkt, hängt auch von den Umständen der Person, der Lebensgeschichte, den Ressourcen und der sozialen Unterstützung des Betroffenen ab.

​Wenn die traumatischen Erlebnisse vorrangig durch primäre Bezugspersonen verursacht werden, kann dies zu einer Bindungstraumatisierung führen, welche tiefe seelische Verletzungen mit sich bringen. Die Welt an sich, wird durch das permanent fehlende Gefühl von Sicherheit und Halt, als unsicherer Ort erlebt und führt oft im späteren Erwachsenenalter zu großen Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Kontakt und Beziehungsverhalten. 

Traumatherapie besteht aus drei großen Behandlungsbausteinen: Stabilisierung, Konfrontation und Integration. Im Fokus der Behandlung stehen die Stärkung der  Selbstheilungskräfte der Betroffenen, das Verstehen der eigenen Traumageschichte und die Verarbeitung und Versorgung der seelischen Wunden.

PITT (Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie)

Der von Frau Prof. Dr. Luise Reddemann entwickelte Therapieansatz PITT zur Behandlung von Traumafolgestörungen integriert Aspekte der angewandten Psychoanalyse, der kognitiven Verhaltenstherapie sowie imaginative Verfahren und Prinzipien der Achtsamkeitsmeditation. 

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet. 
Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelte diese Psychotherapieform zur Behandlung von Traumafolgestörungen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.